Positives Denken – was steckt dahinter, ist das nur "gut"?


Hier habe ich einen sehr guten Artikel über die Auswirkungen und Hintergründe positiven Denkens gefunden, den ich Dir nicht vorenthalten möchte:

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von Eifelphilosoph @ 2010-03-24 – 08:31:18

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Es hört sich ja gut an: positives Denken. Seine Quelle hat es … manchen Quellen zufolge … in der Medizin. Erst später kam es in die Motivationsseminare.

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In der Medizin kreist es um das Phänomen der „spontanen Selbstheilung“. Der Hintergrund ist ganz einfach: Krankheiten werden durch bedrückende, selbstzerstörerische Gedanken gefödert. Bremst man diese Gedanken, heilt der Körper z.B. den Krebs ganz von selbst….bzw. er heilt ihn wieder wie üblich, denn jeder, der diese Zeilen liest, hat Krebs. Nur – das Immunsystem vernichtet die „spätrömischen“ Zellen schnell wieder.

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Wenn Krebs zur Krankheit wird, hört das Immunsystem einfach auf zu arbeiten…und der Zusammenhang zwischen Psyche und Immunsystem ist mitlerweile derart oft in der Fachliteratur erwähnt worden, das wahrscheinlich schon jeder mal drüber gestolpert ist. In diesen Gebieten … schadet eine Durchleuchtung der geistig-seelischen Konfiguration nach negativen Gedanken nicht – kann aber eventuell viel Nutzen bringen. In diesen klar begrenzten Einsatzgebieten wäre nichts gegen „positives Denken“ zu sagen – vor allem, weil es meistens eingesetzt wird, um überdurchschnittlich negative Gedanken über sich selbst und seine Welt bewußt zu machen und zu neutralisieren … mit manchmal verblüffenden Heilerfolgen.

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Insofern wäre positives Denken … „gut“.

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Wenn wir über gut und böse sprechen, brauchen wir aber zuvor eine Definition, das merke ich schon. Ich selbst mache es mir da einfach: böse tut weh. Es gibt Ausnahmen (wie z.B. beim Zahnarzt), wo es Sinn macht, aber es wird dadurch nicht gut. Gut macht Freude, befreit, ist angenehm, fördert mein ganzes Sein und meine ganze Lebensqualität. Ist man selbst ein asoziales Wesen, kann man dieses Gute nur in bezug auf sich wahrnehmen und wird Egoist….aber selbst mit denen kann man einen funktionierenden Gesellschaftsvertrag aufbauen. Soziale Wesen können sogar ohne lange Verhandlungen miteinander leben … wird millionenfach auf der Erde demonstriert.

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Nun halte ich „Positives Denken“ für geradezu DIE klassisch böse Philosophie der Moderne….und politisch für brandgefährlich, dabei sind die Menschen, die diesem Denken anhängen, nicht unbedingt bei den Gewinnern der gesellschaftlichen Entwicklungen zu finden. Manager würden nie positiv denken … sie werden dafür bezahlt, realistisch zu denken …. „even the worsest case“ anzunehmen und dann das Beste ohne Risiko aus der Situation herausholen – das ist ihr Job.

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Was meint nun dieses „Positive Denken“ überhaupt?

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http://de.wikipedia.org/wiki/Positives_Denken

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Die Methode „Positives Denken“ zielt im Kern darauf ab, dass der Anwender durch konstante positive Beeinflussung seines bewussten Denkens (z.B. mit Hilfe von Affirmationen oder Visualisierungen) in seinen Gedanken eine dauerhaft konstruktive und optimistische Grundhaltung erreicht und infolgedessen eine höhere Zufriedenheit und Lebensqualität erzielt.

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In einigen Werken, die sich mit dem Thema befassen, nimmt der Glaube eine zentrale Stellung ein. Allerdings handelt es sich hierbei nicht in erster Linie um einen religiös motivierten und transzendental ausgerichteten Glauben, sondern um die Überzeugung, dass Dinge, die ein Mensch für „wahr“ hält, die Tendenz haben, sich in seinem Leben zu verwirklichen. Dennoch ist die Grenze zur Esoterik oft fließend.

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Damit verbunden ist ein weiterer zentraler Aspekt des Positiven Denkens, die (indirekte) Beeinflussung des unbewussten Denkens bzw. Unterbewusstseins durch das gezielte (bewusste) Denken positiver Gedanken. Dieser Aspekt nimmt z. B. in der Lehre von Joseph Murphy eine tragende Rolle ein.

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Um einem weit verbreiteten Irrtum vorzubeugen: positives Denken hat nichts mit NLP zu tun, obwohl Leute, die von beidem keine Ahnung haben, gerne an Seminaren über diese Themen gut verdienen und die Themen miteinander verknüpfen. Die ARGE zahlt ja gerne alles, was man ihren in dieser Hinsicht völlig unqualifizierten Mitarbeitern verkaufen kann … und denen kann man alles verkaufen, was man möchte, da habe ich keinerlei Zweifel.

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Eine einfache, harmlose und trotzdem nicht empfehlenswerte Sichtweise ist die, das das Glas immer halbvoll und nie halbleer ist. Habe ich aber ganz-voll-Glas-Durst nützt mir das halbvolle Glas genauso wenig wie das halbleere. Ich kann mir jedoch einreden, das ich damit jetzt glücklich zu sein habe.

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Schlimmer wird es, wenn es sich um Magie handelt…fein formuliert für die „Tendenz, das Dinge, die der Mensch für wahr hält, geneigt sind, wahr zu werden“. Man denkt sich sein Schicksal. Und selbst das … ist nicht ganz und gar undenkbar. Noch sind wir weit davon entfernt, es praktisch sicher und ohne ungewollte Nebenwirkungen umsetzen zu können, aber durch die modernen Hypothesen der sechsdimensionalen Welt mit dem Menschen als einziger (bekannter) Kreatur zur Manipulation jener sechsten Dimension (hier entsprechend der Interpretation der Lehre des Burkhard Heim durch Ilobrand von Ludwiger … siehe dort) gäbe es eine denkbare Möglichkeit, sein Schicksal …. umzuprogrammieren.

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Aber positives Denken geht noch viel weiter … vor allem geht es oft auch um Geld. Natürlich wird in den entsprechenden Seminaren (zum Beispiel von „alles ist möglich“-Höller) gerne davon gesprochen, das Geld nicht glücklich macht. Aber da es dann im weiteren doch als beruhigend empfunden wird, dreht es sich gerne oft darum, mit einer cleveren Geschäftsidee das ganz große Geld zu machen.
Hier … ist dann schnell alles vorbei.

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„Wenn man sich selber nur richtig programmiert, richtig „reinigt“, richtig denkt, dann geschehen einem nur positive Dinge. Arbeit, lernen, Taten selbst sind unwichtig, denn das Universum schickt einem genau das, was einem zusteht“ … so in etwa lauten dann andere bekanntere Adaptionen des positiven Denkens.

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Im Umkehrschluß … der in diesen Welten aus logischen Gründen ebenso „wahr“ sein muß, da ansonsten der Funktionsbeweis des positiven Denkens in sich zusammenfällt … sind Menschen, denen Schlechtes zufällt, selber schuld. Und hier … wird es richtig finster und böse:

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Wer Hartz IV bekommt, hat es auch verdient.

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Wer in Auschwitz umkam, ebenfalls.

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Und wer in Afrika verhungert, bekommt nur die Folgen seines Denkens zu spüren.

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Und wer als Mulitmilliardär Währungen zugrunderichtet, ist völlig im Einklang mit dem Universum, Gott und den Zaubermächten des Schicksals.

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Leid wird gut weil verdient, menschenfeindliche Massenvernichtung wird gut, wenn es klappt, denn weil es funktioniert hat hat der Täter ja richtig gedacht und gehört somit zu den guten, positiv denkenden Menschen, deren Gedanken ja durch ihre Manifestierung bewiesen haben, das das Universum, Gott und die Welt sie haben will.

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Heil Hitler, kann man dazu nur sagen. Jedenfalls bis 1945. Wahrscheinlich fing er 1944 an, weniger positiv zu denken, weil die Alliierten von allen Seiten auf ihn zuströmten. Hätte er weiter positiv gedacht, hätte er den Krieg gewonnen.

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Insofern kann man nur froh sein, das er das Geheimnis des positiven Denkens nicht kannte – oder das die einen immanenten Denkfehler haben. Der Fehler ist einfach….aber niemand, der sich in den Fängen dieses bösartigen Fluches befindet, will ihn sehen.

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Zwei positiv denkende Frauen, ein Paar Schuhe … das letzte und einzige. Wer bekommt die Schuhe, in wessen Leben werden sie die Tendenz entwickeln, wirklich im Schrank zu stehen?

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Tausend positiv denkende Menschen, die lieber einen grünen Mond hätten; eine Million, die lieber Kaiser Wilhelm den Ersten als Regenten Deutschlands haben wollen, eine Milliarde, die eine zweite Sonne möchten … was tritt ein, was nicht? Nun, nichts davon wird eintreten, weil es eben unveränderliche Konstanten außerhalb des menschlichen Wunschdenkens gibt – doch die ignoriert man gerne und gibt dem Menschen die völlige Verantwortung für alle Elemente in seinem Leben … die man „angezogen“ hat, auf magnetische, magische, mystische Art und Weise.

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Und somit wird im Rahmen dieser Philosophie ein Hartz IV-Empfänger böse, weil er ja diesen Zustand „irgendwie“ durch sein defizitiäres Denken selbst herbeigeführt hat, während jeder skrupellose Mulitmilliardär nahezu gottgleich ist, weil sein Kontostand beweist, wie richtig (und gut) er denkt.

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Positiv Denken ist wie ein Fluch oder eine Krankheit, die die Gedankenwelten der Menschen verseucht.
Sie ist böse, weil sie Hunger, Folter, Leid, Durst, Schmerzen als verdienten und deshalb nicht zu ändernden Zustand definiert. Und sie ist böse, weil sie dem leidenden Individuum auch noch die alleinige Schuld für seinen Zustand zuschreibt. In weniger schönen Worten ausgedrückt, sind wir hier bei Nietzsche und dem Sozialdarwinismus (den Zusammenhang wird man in den Seminaren, die die positive Gedankenpest verbreiten, nie gestoßen): wem es schlecht geht, der soll zugrundegehen. Das ist die häßliche Kehrseite der Medaillie, die man – da man hier in religiösen Kategorien denkt, denken soll und denken darf – mit gutem Recht „satanisch“ nennen kann.

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Kaum etwas ist in der Lage, die menschliche Psyche so zu zerrütten, wie dieses vergiftete und verseuchte Gedankengut, weil es eben so fein und schön formuliert daherkommt, in seinem Inneren aber völlig dunkel und verrottet ist. Es verspricht nahezu göttliche Allmacht des Individuums über sein Schicksal, stößt es aber in die finsterste Hölle, wenn trotz allen richtigen Denkens … die falschen Lottozahlen kommen und man daraus dann nur eine Schlußfolgerung ziehen kann: Gott, das Universum, die Welt … hassen mich, weil ich minderwertig bin und deshalb sollte ich schnell zugrunde gehen.

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Wer nun meint: „Aber ich habe gehört, das es funktioniert“, dem empfehle ich auch den eifelphilosophischen Wunscherfüllungszauber mit 100% Wirkgarantie. Er ist einfach, ohne jede schädliche Nebenwirkung und garantiert erfolgreich.

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Achtung … hier ist er:

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„Einfach dreimal auf Holz klopfen und Dein Wunsch geht in Erfüllung“.

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Statistisch gesehen werden nun … 50% der Klopfer Erfolg haben. 50 % haben Mißerfolg. Ich könnte sogar mit einer Quote von 1:10 leben, den Rest … erledige ich später, in meinen anderen Büchern – aber wir haben schon mal eins: Zeugen der Wirksamkeit, die mein nächstes Buch kaufen werden und von ihren großen Erfolgen erzählen.

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Und die anderen:

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Falsch geklopft. Zu feste, zu seicht, falsches Holz genommen … wartet auf meinen Fortsetzungsband 14:
„Erfolgreich, reich, schön und glücklich mit dem richtigen Partner als Superstar in die Zukunft geklopft: Holzart, Rythmus und Mondstand beachten!“

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Wetten … ich finde Käufer?

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Und wetten, ich richte weniger Schaden an als … die Sklavenphilosophie des Positiven Denkens, die im Kern erstmal eins besagt: der Adel ist zurecht adelig, der Reiche ist zurecht reich und der Arme zurecht arm.

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Sowas … hatten wir aber schon im Mittelalter. Dort war „der Wille Gottes“ die Ausrede dafür. Kein Wunder, das Gott sich von uns abwendet, wenn wir so über ihn sprechen…und auch kein Wunder, das er sich von uns abwendet, wenn wir versuchen, seinen Willen mit unseren Gedanken zu beugen, ihm unseren Willen kraft unserer Gedanken aufzuzwingen….womit man sieht, das „Positives Denken“ auch innerhalb religiöser Kontexte (und auch innerhalb „esoterischer“ Kontexte, die an sich nur Ableitungen religiöser Kontexte darstellen) böse und satanisch ist.

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Wer möchte jetzt mein Buch?

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Quelle: Eifelphilosoph Blog

Artikel: Positives Denken … ein böser, satanischer Fluch – und eine Philosophie für Sklaven (viele Kommentare).

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Da gibt es noch mehr Interessantes zum Lesen und Nachdenken…also etwas für alle Alltagsphilosophen 😉

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