Achtung – Verschwörungstheorie!


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Immer mehr Menschen erkennen inzwischen, dass aus Verschörungstheorien längst Verschwörungspraxis geworden ist, aber sie fühlen sich hilflos, schauen lieber weg und rechtfertigen sich mit „was kann ein Einzelner schon machen?“.

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Es gibt vieles, was jeder Einzelne tun kann und dieser Artikel soll eine – vielleicht nur kleine – Hilfestellung geben, was man tun kann und vielleicht auch, wie man es tun kann oder sollte.

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Zur Einstimmung ist vielleicht der folgende Artikel lesenswert:

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Was kann der Einzelne tun?

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Konkreter für alltägliche Begegnungen mit Leuten, die – oft wider besseren Wissens – wegschauen, ist der nachstehende Text. Er gibt Hilfestellungen und Argumentationshinweise, um den Leuten endlich die Augen öffnen zu können:

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Den folgenden Text habe ich dem Buch „Die Jahrhundertlüge“ entnommen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors H. Fröhner.

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Es geht darum, was Dir und mir passiert, wenn wir unsere Freunde, Verwandten und Bekannten auf Inhalte aufmerksam machen, die in den Medien kaum, verfälscht oder nie zu lesen, sehen oder hören sind…und was wir entgegnen können auf die Schubladenantworten.

Hier der Auszug aus dem Buch:

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Achtung – Verschwörungstheorie!

“Du bist ein Spinner – ein Verschwörungstheoretiker! Lass doch die Finger von dem Unsinn!”

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Kennen Sie das? Eine von Ihnen zitierte Website oder eine kritische Bemerkung und schon stecken Sie drin in der Verschwörungsschublade?

Da  kommen  Sie  auch  kaum  mehr  raus  –  außer,  Sie  wechseln  den  Freundeskreis  oder  Ihre Behauptungen werden plötzlich Realität.

Aller Anfang ist schwer. Die “Neuen” von Ihnen erleben es wahrscheinlich gerade selbst jeden Tag und die alten Hasen können noch ein Lied davon singen. Die Rede ist vom “Missionieren”. Da hat man etwas Sensationelles für sich entdeckt und will diese Erkenntnis seinem gesamten Umfeld mehr oder weniger plump mitteilen.

Dieses Mitteilungsbedürfnis legt sich meist rasch wieder. Zu häufig und zahllos sind die völlig haltlosen “Gegenargumente” in Form von Denunzierung, Beschimpfung und des lächerlich gemacht Werdens.

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Die Argumente sind in der Regel solcher Art:
•     Was für ein Esoterikkram.
•     Bist Du jetzt in einer Sekte?
•     Was bezahlt man Dir dafür?
•     Gehörst Du jetzt zur Rechten/Linken Ecke
•     Du hast sie nicht mehr alle.
•     Wer sollte Dir das denn glauben?
•     Lass mich mit diesem Müll bitte in Ruhe.
•     Informier Dich erst mal, Du hast überhaupt keine Ahnung.
•     Der übliche Verschwörungsquatsch.
•     …
Wir wissen natürlich zu gut, dass die Denunzianten keine Fakten kennen. Sie glauben einfach alles, was man  ihnen  durch die  Medien  erzählt und welcher Meinung  die Mehrheit  folgt.  Nur  das  zählt  und kann richtig sein. Abweichungen von der Norm sind unsinnig und idiotisch, können nicht stimmen.

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Woher kommt dieses Denken eigentlich? Diese Schlafwandler haben die Angewohnheit, alles blind zu glauben,  was  dem  Mainstream,  also  dem  geltenden  Medienglauben  entspricht.  Alles  was  nur  minimal davon abweicht, kann nicht richtig sein.

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Dabei  wäre  es  normalerweise  jedermanns  Pflicht,  die  Informationen,  die  er  mitgeteilt  bekommt,  erst einmal nach verschiedenen Kriterien ganz grob zu prüfen. Beispielsweise folgende:

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•     Wer teilt mir die Information mit? Wie glaubwürdig ist diese Quelle?
•     Gibt es nachvollziehbare und nachprüfbare Fakten und Beweise?
•     Kann ich die Informationen auch selbst nachprüfen? Und wenn nein, warum nicht?
•     Welche weitere Instanz steckt dahinter?
•     Welche Interessen werden von dieser Instanz verfolgt?
•     Von wem wird diese Instanz unterstützt?
•     Wen fördert sie selbst?
•     Welche alternativen Meinungen gibt es zu dieser Information?
•     Cui bono – wem nutzt es?
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Denken Sie immer daran, pure Ideologen gibt es nur ganz wenige.

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Wie  prüft  man  denn  heute,  ob  etwas  an  einer  Sache  dran  ist  oder  nicht?  Einer  der  häufigsten  Wege dürfte  die  Suche  im  Internet  sein.  Mal  eben  in  Google  “HIV  existiert  nicht”  eingegeben  und  siehe  da, 46.500 Ergebnisse. “HIV existiert sehr wohl” bringt dagegen 141.000 Suchergebnisse. Ergo: HIV existiert – Nachweis eindeutig erbracht.
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Sie  lachen?  Was  meinen  Sie,  wieviele  unserer  persönlichen  Freunde  genau  so  “recherchieren“?  Wer prüft  denn  wirklich  die  Einzelheiten  im  Detail?  Wer  nimmt  sich  die  Zeit  und  liest  jeweils  beide  Seiten, wenn doch die eine Seite so offensichtlich überwiegt?
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„Du spinnst ja, natürlich ist CO2 für die Klimaerwärmung verantwortlich. Schalt mal den Fernseher ein oder  schlag  irgendeine  Zeitung  auf  –  niemand  zweifelt  ernsthaft  daran,  außer  ein  paar  unseriösen Wissenschaftlern.“
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Alles klar? So läuft’s ständig. Doch das ist arm, wirklich arm für diejenigen, die diese Meinung vertreten.

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Der Mehrheit zu folgen muss genauso wenig richtig sein, wie aus Prinzip als Fisch gegen den Strom zu schwimmen.
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Die  Unterschiede  zwischen  Wahrheit  und  Lüge  sind  oft  so  minimal,  dass  man  sie  nicht  ohne  Suche finden kann.
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Eine ebenfalls sehr folgenschwere Herangehensweise unserer lieben Mitmenschen ist es, alles in einen Topf zu werfen und zu pauschalisieren. Ist eine bestimmte Aussage einer Person oder Website nach der “allgemeinen”  Einschätzung  falsch  oder  als  Verschwörungstheorie  einzuordnen,  gilt  selbstverständlich alles, was von dieser Quelle stammt, ebenfalls als vollkommen unseriös. Einmal falsch – immer daneben.

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Selbst  wenn  diese  Einschätzung  auf  rein  subjektivem  Wissen  basiert:  Schublade  auf  –  Quelle  rein  – Schublade zu.
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Schließlich,  warum  sollte  man  einer  solchen  Quelle  auch  nur  im  Entferntesten  zutrauen,  in  beliebigen anderen Themen “korrekteres” Wissen zu haben, wo doch schon ein einziger Punkt offenkundig falsch ist?
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Auch  der  Hintergrund   spielt   eine  große  Rolle.   Die   Äußerung   einer   prominenten  Person  zählt grundsätzlich mehr als die Behauptung eines dahergelaufenen Möchtegern-Weltverbesserers. Und mit welchem  Recht  verlangt  ein  solcher  auch  noch,  dass  man  seine  fabulösen  Behauptungen  selbst überprüfen möge? Man weiß doch, was richtig ist, also warum selbst prüfen? Reine Zeitverschwendung.

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Die meisten Menschen müssen erst lernen, jeden einzelnen Aspekt selbst zu prüfen und von anderen Dingen klar abzugrenzen. Da der normale Weg – nichts selbst zu prüfen, sondern blind mit der Masse mitzuschwimmen – viel komfortabler und bequemer ist, ist selbiger auch viel ausgelatschter und breiter und erweckt nur selten den Anschein, dass er trügen könnte.

Totschlagargumenten  kann  man  auf  verschiedene  Weisen  entgegengehen.  Ganz  allgemein  hilft  der bekannte Satz “Wer fragt, der führt” in sehr vielen Fällen schon ein gutes Stück weiter.
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  • Fragen Sie bei einer Pauschalisierung generell nach, woher diese Information stammt. Tun Sie das auch dann, wenn Sie glauben, die kommende Antwort bereits im voraus zu wissen.
  • Haken Sie gegebenenfalls so lange nach, bis der Pauschalisierende an einem Punkt anlangt, an dem  er  sich  nicht  mehr  auf  die  Allgemeinheit  oder  allgemeines  Wissen  beziehen  kann.  Aber überziehen  Sie  es  nicht,  denn  ab  diesem  Moment  reagieren  die  Menschen  in  der  Regel aggressiv,   weil   sie   jetzt   feststellen,   dass   ihr   “Wissen”   keinerlei   Basis   besitzt,   sondern Nachgeplapper war.
  • Stellen  Sie  Fragen  wie  “Und  was  wäre,  wenn  es  genau  andersherum  wäre?”  oder  “Woher wissen wir denn, dass uns hier niemand anlügt?”.
  • Hinterfragen Sie  die  möglichen  Interessen  hinter  bestimmten  Aussagen,  denn diesen  steht  Ihr Pauschalisierer normalerweise ebenfalls genauso neutral gegenüber wie Sie selbst. Wem nützt es und wem schadet es offensichtlich?
  • Vermeiden  Sie  es,  mit  Totschlagargumenten  zurückzuschießen.  Diese  Spirale  lässt  sich  nicht mehr unterbrechen.
  • Stellen Sie möglichst keine Behauptungen auf, sondern versuchen Sie Ihren Gegenüber durch Ihre Fragen dahin zu bringen, dass er selbst feststellt, dass er sich über bestimmte Punkte noch keine eigenen Gedanken gemacht hat.
  • Zeigen Sie, dass Sie nichts einfach nur glauben, sondern sich immer beide Seiten anschauen wollen, bevor Sie sich ein Urteil erlauben.
  • Achten Sie darauf, dass Sie beide im Gespräch das Gesicht wahren. Einen Gesichtsverlust will keiner gerne einstecken. Klopfen Sie Ihre argumentativen Erfolge daher nicht breit.

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Das muss man natürlich üben. Von jetzt auf nachher funktioniert das Auflösen des Schubladendenkes unserer mediengesteuerten Mitmenschen nicht. Sie brauchen dazu etliche Versuchskaninchen.
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Nun, bedienen Sie sich einfach, es laufen genügend frei herum…
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Am Anfang steht der Zweifel.
Der Zweifel ist der Beginn der Wissenschaft.
Wer nichts anzweifelt, prüft nichts.
Wer nichts prüft, entdeckt nichts.
Wer nichts entdeckt, ist blind und bleibt blind.
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Tellhard de Chardin (1881-1956)

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Das Buch „Die Jahrhundertlüge“ ist h i e r erhältlich.

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Interessant dürfte dazu auch mein Artikel über „Reframing“ sein.

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Achtung – Verschwörungstheorie!

“Du bist ein Spinner – ein Verschwörungstheoretiker! Lass doch die Finger von dem Unsinn!”
Kennen Sie das? Eine von Ihnen zitierte Website oder eine kritische Bemerkung und schon stecken Sie
drin in der Verschwörungsschublade?
Da  kommen  Sie  auch  kaum  mehr  raus  –  außer,  Sie  wechseln  den  Freundeskreis  oder  Ihre
Behauptungen werden plötzlich Realität.
Aller Anfang ist schwer. Die “Neuen” von Ihnen erleben es wahrscheinlich gerade selbst jeden Tag und
die alten Hasen können noch ein Lied davon singen. Die Rede ist vom “Missionieren”. Da hat man etwas
Sensationelles für sich entdeckt und will diese Erkenntnis seinem gesamten Umfeld mehr oder weniger
plump mitteilen.
Dieses Mitteilungsbedürfnis legt sich meist rasch wieder. Zu häufig und zahllos sind die völlig haltlosen
“Gegenargumente” in Form von Denunzierung, Beschimpfung und des lächerlich gemacht Werdens.
Die Argumente sind in der Regel solcher Art:
•     Was für ein Esoterikkram.
•     Bist Du jetzt in einer Sekte?
•     Was bezahlt man Dir dafür?
•     Gehörst Du jetzt zur Rechten/Linken Ecke
•     Du hast sie nicht mehr alle.
?
•     Wer sollte Dir das denn glauben?
•     Lass mich mit diesem Müll bitte in Ruhe.
•     Informier Dich erst mal, Du hast überhaupt keine Ahnung.
•     Der übliche Verschwörungsquatsch.
•     …
Wir wissen natürlich zu gut, dass die Denunzianten keine Fakten kennen. Sie glauben einfach alles, was
man  ihnen  durch die  Medien  erzählt und welcher Meinung  die Mehrheit  folgt.  Nur  das  zählt  und kann
richtig sein. Abweichungen von der Norm sind unsinnig und idiotisch, können nicht stimmen.
Woher kommt dieses Denken eigentlich? Diese Schlafwandler haben die Angewohnheit, alles blind zu
glauben,  was  dem  Mainstream,  also  dem  geltenden  Medienglauben  entspricht.  Alles  was  nur  minimal
davon abweicht, kann nicht richtig sein.
Dabei  wäre  es  normalerweise  jedermanns  Pflicht,  die  Informationen,  die  er  mitgeteilt  bekommt,  erst
einmal nach verschiedenen Kriterien ganz grob zu prüfen. Beispielsweise folgende:
•     Wer teilt mir die Information mit? Wie glaubwürdig ist diese Quelle?
•     Gibt es nachvollziehbare und nachprüfbare Fakten und Beweise?
•     Kann ich die Informationen auch selbst nachprüfen? Und wenn nein, warum nicht?
•     Welche weitere Instanz steckt dahinter?
•     Welche Interessen werden von dieser Instanz verfolgt?
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•     Von wem wird diese Instanz unterstützt?
•     Wen fördert sie selbst?
•     Welche alternativen Meinungen gibt es zu dieser Information?
•     Cui bono – wem nutzt es?
Denken Sie immer daran, pure Ideologen gibt es nur ganz wenige.
Wie  prüft  man  denn  heute,  ob  etwas  an  einer  Sache  dran  ist  oder  nicht?  Einer  der  häufigsten  Wege
dürfte  die  Suche  im  Internet  sein.  Mal  eben  in  Google  “HIV  existiert  nicht”  eingegeben  und  siehe  da,
46.500 Ergebnisse. “HIV existiert sehr wohl” bringt dagegen 141.000 Suchergebnisse. Ergo: HIV existiert
– Nachweis eindeutig erbracht.
Sie  lachen?  Was  meinen  Sie,  wieviele  unserer  persönlichen  Freunde  genau  so  “recherchieren“?  Wer
prüft  denn  wirklich  die  Einzelheiten  im  Detail?  Wer  nimmt  sich  die  Zeit  und  liest  jeweils  beide  Seiten,
wenn doch die eine Seite so offensichtlich überwiegt?
„Du spinnst ja, natürlich ist CO2 für die Klimaerwärmung verantwortlich. Schalt mal den Fernseher ein
oder  schlag  irgendeine  Zeitung  auf  –  niemand  zweifelt  ernsthaft  daran,  außer  ein  paar  unseriösen
Wissenschaftlern.“
Alles klar? So läuft’s ständig. Doch das ist arm, wirklich arm für diejenigen, die diese Meinung vertreten.
Der Mehrheit zu folgen muss genauso wenig richtig sein, wie aus Prinzip als Fisch gegen den Strom zu
schwimmen.
Die  Unterschiede  zwischen  Wahrheit  und  Lüge  sind  oft  so  minimal,  dass  man  sie  nicht  ohne  Suche
finden kann.
Eine ebenfalls sehr folgenschwere Herangehensweise unserer lieben Mitmenschen ist es, alles in einen
Topf zu werfen und zu pauschalisieren. Ist eine bestimmte Aussage einer Person oder Website nach der
“allgemeinen”  Einschätzung  falsch  oder  als  Verschwörungstheorie  einzuordnen,  gilt  selbstverständlich
alles, was von dieser Quelle stammt, ebenfalls als vollkommen unseriös. Einmal falsch – immer daneben.
Selbst  wenn  diese  Einschätzung  auf  rein  subjektivem  Wissen  basiert:  Schublade  auf  –  Quelle  rein  –
Schublade zu.
Schließlich,  warum  sollte  man  einer  solchen  Quelle  auch  nur  im  Entferntesten  zutrauen,  in  beliebigen
anderen Themen “korrekteres” Wissen zu haben, wo doch schon ein einziger Punkt offenkundig falsch
ist?
Auch  der  Hintergrund   spielt   eine  große  Rolle.   Die   Äußerung   einer   prominenten  Person  zählt
grundsätzlich mehr als die Behauptung eines dahergelaufenen Möchtegern-Weltverbesserers. Und mit
welchem  Recht  verlangt  ein  solcher  auch  noch,  dass  man  seine  fabulösen  Behauptungen  selbst
überprüfen möge? Man weiß doch, was richtig ist, also warum selbst prüfen? Reine Zeitverschwendung.
Die meisten Menschen müssen erst lernen, jeden einzelnen Aspekt selbst zu prüfen und von anderen
Dingen klar abzugrenzen. Da der normale Weg – nichts selbst zu prüfen, sondern blind mit der Masse
mitzuschwimmen – viel komfortabler und bequemer ist, ist selbiger auch viel ausgelatschter und breiter
und erweckt nur selten den Anschein, dass er trügen könnte.
Totschlagargumenten  kann  man  auf  verschiedene  Weisen  entgegengehen.  Ganz  allgemein  hilft  der
bekannte Satz “Wer fragt, der führt” in sehr vielen Fällen schon ein gutes Stück weiter.
•     Fragen Sie bei einer Pauschalisierung generell nach, woher diese Information stammt. Tun Sie
das auch dann, wenn Sie glauben, die kommende Antwort bereits im voraus zu wissen.
•     Haken Sie gegebenenfalls so lange nach, bis der Pauschalisierende an einem Punkt anlangt, an
dem  er  sich  nicht  mehr  auf  die  Allgemeinheit  oder  allgemeines  Wissen  beziehen  kann.  Aber
überziehen  Sie  es  nicht,  denn  ab  diesem  Moment  reagieren  die  Menschen  in  der  Regel
aggressiv,   weil   sie   jetzt   feststellen,   dass   ihr   “Wissen”   keinerlei   Basis   besitzt,   sondern
Nachgeplapper war.
•     Stellen  Sie  Fragen  wie  “Und  was  wäre,  wenn  es  genau  andersherum  wäre?”  oder  “Woher
wissen wir denn, dass uns hier niemand anlügt?”.
•     Hinterfragen Sie  die  möglichen  Interessen  hinter  bestimmten  Aussagen,  denn diesen  steht  Ihr
Pauschalisierer normalerweise ebenfalls genauso neutral gegenüber wie Sie selbst. Wem nützt
es und wem schadet es offensichtlich?
•     Vermeiden  Sie  es,  mit  Totschlagargumenten  zurückzuschießen.  Diese  Spirale  lässt  sich  nicht
mehr unterbrechen.
•     Stellen Sie möglichst keine Behauptungen auf, sondern versuchen Sie Ihren Gegenüber durch
Ihre Fragen dahin zu bringen, dass er selbst feststellt, dass er sich über bestimmte Punkte noch
keine eigenen Gedanken gemacht hat.
•     Zeigen Sie, dass Sie nichts einfach nur glauben, sondern sich immer beide Seiten anschauen
wollen, bevor Sie sich ein Urteil erlauben.
•     Achten Sie darauf, dass Sie beide im Gespräch das Gesicht wahren. Einen Gesichtsverlust will
keiner gerne einstecken. Klopfen Sie Ihre argumentativen Erfolge daher nicht breit.

Das muss man natürlich üben. Von jetzt auf nachher funktioniert das Auflösen des Schubladendenkes
unserer mediengesteuerten Mitmenschen nicht. Sie brauchen dazu etliche Versuchskaninchen.

Nun, bedienen Sie sich einfach, es laufen genügend frei herum…
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